Impfungen beim Rassegeflügel

 
 

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Mit den nachfolgenden Zeilen möchte der Autor seine eigenen Erfahrungen aus dem Jahr 2004 den Lesern darlegen.

 

 

Im September, zwei Tage vor Urlaubsantritt, wurden in unserem Rassegeflügelbestand plötzlich Hennen mit verklebten Augen und Tiere die husteten festgestellt. Was war zu tun? Die erkrankten Tiere in Transportkisten gepackt und ab zum Fachtierarzt für Geflügel. Hier wurden Blutproben und Abstriche aus dem Rachen genommen. Zwei Tage später verendeten zwei Hennen. Die serologische Untersuchung des Blutes auf Mykoplasmen und das bakteriologische Laborergebnis waren negativ. Die Sektion einer verendeten Henne deutete auf infektiöse Laryngotrachitis (ILT) hin. Der gesamte Bestand wurde sofort gegen ILT geimpft. So konnte verhindert werden, dass weitere Tiere verendeten. Trotzdem wurde durch dieses Erkrankungsgeschehen die Entwicklung der Tiere, und hier vor allem der Hähne deutlich gestört. Heute kann man feststellen, dass die Entwicklung der Hähne für ca. 4-6 Wochen unterbrochen wurde. Ein Großteil der Hähne konnte somit nicht auf Ausstellungen gezeigt werden.

Auf Grund dieser Tatsachen informierte ich mich eingehend über Impfungen von Rassegeflügel, damit ein

solcher Schadensfall nicht noch einmal in unserem Bestand auftritt.

Doch für welche Krankheiten beim Rassegeflügel gibt es denn Impfmöglichkeiten?

 

Kokzidiose

Diese Darmkrankheit tritt vor allem beim Junggeflügel (häufig in der 4 – 7 Woche) auf. Der Parasit wird beim

Picken aufgenommen und benötigt nun  wenige Tage Weiterentwicklung im Körper des Tieres um dann selbst neue Kokzidioseeier zu produzieren. Diese neuen Kokzidioseeier werden mit dem Kot ausgeschieden und benötigen selbst nur noch wenige Tage zur Reifung. Insgesamt kennen wir beim Huhn 7 verschiedene Kokzidiosearten.

 

Infektiöse Bronchitis( IB )

Bei der IB handelt es sich um eine Viruserkrankung, für die ausschließlich Hühner empfänglich sind. Sie wird

von Tier zu Tier über die Luft übertragen, von Stall zu Stall oder von Bestand zu Bestand. Die Infektion verur-sacht bei Küken und Jungtieren schwerwiegende Atemwegserkrankungen mit Todesfällen.  Bei älteren Tieren geht die Legeleistung dramatisch zurück . Es werden Eier mit sehr weichen oder deformierten Schalen gelegt.

 

Gumboro- Krankheit( Infektiöse Bursitis IBD)

Auch die Gumboro- Krankheit wird von einem Virus hervorgerufen, das nur Hühner befällt. Die Übertragung erfolgt von Tier zu Tier über Kot, Nasen- und Augensekret. Von Bestand zu Bestand wird Gumboro durch infizierte Kleidung oder Ausrüstungsgegenstände übertragen. Auch in Parasiten  (Käfer, Milben) konnte dieses Virus nachgewiesen werden. Gewöhnlich tritt die Erkrankung im Alter von 4 – 8 Wochen auf. Erkrankte Tier

sind matt, zeigen Bewegungsunlust, sind blass, kauern sich zusammen und haben oft wässerigen Durchfall. Bei schweren Infektionen können bis zu 60% der Tiere sterben.

 

Infektiöse Laryngotracheitis ( ILT , Ansteckende Kehlkopf- Luftröhrenentzündung)

Auch die ILT wird durch ein Herpesvirus verursacht. Die Verbreitung erfolgt von Tier zu Tier, über die Luft oder durch infizierte Personen oder Ausrüstungsgegenstände. ILT befällt hauptsächlich Hühner und Fasanen. Es kommt zu blutigen bis eitrigen Entzündungen des Kehlkopfes und der Luftröhre,z. Teil zur Bildung von käsigen

bis blutigen Klumpen, die durch Verschluß der Luftröhre zum Ersticken führen können. Die Tiere zeigen

aufgrund der Atemnot deutlich hörbare Atemgeräusche und husten evtl. Blutklumpen aus. Die Legeleistung

sinkt ebenfalls dramatisch.

 

Mareksche Krankheit (MD9) 

Die MD wird verursacht durch ein Herpesvirus. Die Hauptübertragung erfolgt über verseuchte Ställe, in die junge Hühnerküken unter 4 Wochen eingesetzt werden.Die Tiere nehmen das Virus über die Einatmung von Staub

oder über den Schnabel auf. Im Staub bleibt das Virus länger als ein Jahr infektiös. Als Symptome zeigen sich Gewichtsverluste und Lähmung des Ischiasnerves. Dabei liegen die Tiere auf der Seite, strecken ein Bein nach vorn und das andere Bein  nach hinten.

 

 

Doch es muss ja nicht zwingend zu Ausbrüchen der aufgezählten Krankheiten kommen. Wir haben Möglichkei- ten zur Impfung. Wichtig ist, dass der Bestand geimpft wird und bestimmte Regeln eingehalten werden. Dazu gehört auch die regelmäßige und konsequente Nachimpfung.

Impfstoffe sind durchaus erschwinglich, insbesondere wenn sich mehrere Zuchtfreunde zusammenschließen

und sich die vorhandenen größeren Impfdosen sozusagen teilen. Die Impfstoffe sind jedoch- einmal aufgelöst- nicht lange haltbar und müssen innerhalb von ca. 2 Stunden vertränkt werden.

Gesetzlich vorgeschrieben ist nur die Impfung gegen die Newcastle-Krankheit (auch: atypische Geflügelpest).

Alle anderen Impfungen sind freiwillig, stärken das Immunsystem unserer Tiere und helfen uns somit, unnötige Tierverluste zu vermeiden.

Auf diesem Wege bedanke ich mich recht herzlich bei Frau Dr. Bolte und Dr. Wind-haus, Fachtierärzte für Geflügel, Vechta- Calveslage für die vielen Informationen und Hilfen die ich erhielt. Ohne diese Unterstützung wäre die Schausaison  2004 für uns schon im September beendet gewesen.

 

 Ein möglicher Impfplan für Jungtiere könnte wie folgt aussehen.

 

Zeit nach dem Schlüpfen Impfstoff Verabreichung

1.Tag

Marek         

Injektion            *

5.-9.Tag

Kokzidiose

Trinkwasser/Futter                         

8.-9.Tag

Marek         

Injektion           **

14.Tag

Newcastle

Trinkwasser

24.Tag

IBD

Trinkwasser

4. Wochen

I B 1

Trinkwasser

7. Woche

 I LT

Augentropfen   ***

10. Woche

I B 2

Trinkwasser

 

*       unbedingt am 1. Lebenstag durchführen

**     Nachimpfung stärker betroffener Bestände

***    idealerweise (auch) im August, um optimalen Schutz während der Ausstellungen

 

Es haben sich einige Zuchtfreunde zusammengesetzt und für sich beschlossen im Jahr 2005 erstmalig diese Impfungen vorzunehmen. Wir bieten aber allen Zuchtfreunden die Möglichkeit an, sich an dieser Impfaktion zu beteiligen. 

Wer Interesse hat und seine Tiere auch impfen möchte, melde sich bei Dietrich Kröner. 

 

Ein zweiter wichtiger Aspekt bei der Bekämpfung der o. g. Krankheiten ist die Sauberkeit der Ställe und Ausläufe. Hier ist es wichtig, dass die Gehege regelmäßig gereinigt und mit wirksamen Desinfektionsmittel ausgespritzt werden. Es

gibt einige preiswerte Desinfektionsmittel auf dem Markt, die aber unterhalb 15°C Raumtemperatur nicht mehr

wirksam sind. Hier müssen also wirksame Mittel zum Einsatz kommen und diese Mittel sind ein wenig teurer.

                                                                                                                                                                                        gez. Dieter Kröner

 

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